Radtouren

Drei Badeseen und ein Abstecher nach Losser

~3 Min. Lesezeit von Ralf Siepker
Drei Badeseen und ein Abstecher nach Losser

Bei 29 Grad plant man anders. Die Route für diesen Julitag ist nicht nach Kilometern entstanden, sondern nach Gelegenheiten: Wo kann ich unterwegs ins Wasser, wenn es zu warm wird? Es sind drei geworden, und alle drei liegen so an der Strecke, dass man nicht extra hinfahren muss.

Die Runde

Karte der Runde von Rheine nach Losser und zurück, mit den drei Badeseen

Nach Westen geht es über Neuenkirchen und Gronau bis über die Grenze, zurück auf einem nördlicheren Bogen über Bad Bentheim. Die Linie ist nach dem Verlauf eingefärbt, von Blau am Anfang zu Orange am Ende. Bei einer Rundtour ist das nicht nur Zierde: Hin- und Rückweg laufen streckenweise dicht nebeneinander, und ohne die Farbe wüsste man nicht, welcher Strich welcher ist.

Die drei Seen

Der Offlumer See bei Neuenkirchen kommt schon nach neun Kilometern, also eigentlich zu früh zum Baden. Der Dreiländersee bei Gronau liegt bei Kilometer 35, kurz vor dem westlichsten Punkt der Tour, und ist damit der natürliche Wendepunkt. Der Haddorfer See fällt auf Kilometer 70, gut neun Kilometer vor dem Ende, und ist die letzte Gelegenheit, bevor es nach Hause geht.

Zusammen ergeben die drei eine Art Sicherheitsnetz: Egal, wann die Hitze zu viel wird, das nächste Wasser ist nie weiter als eine halbe Stunde entfernt.

Über die Grenze

Der westlichste Punkt liegt bei Kilometer 43, kurz hinter Losser. Grenze ist dort ein großes Wort für einen Feldweg: Der Belag wechselt, die Beschilderung wechselt, und plötzlich stehen die Radwegweiser auf Knotenpunktnummern statt auf Ortsnamen. Wer im Münsterland wohnt, hat das niederländische Radwegenetz sowieso ständig als Verlängerung des eigenen im Kopf.

Was die Aufzeichnung sagt

Strecke 79,1 km
Unterwegs 4:00 h
In Bewegung 3:37 h
Schnitt in Bewegung 21,8 km/h
Höhenmeter 220 m
Pausen über 5 Minuten zwei, je 7 Minuten

Bemerkenswert ist, wie gleichmäßig die Runde lief: Auf den ersten 50 Kilometern lag der Schnitt bei 21,9 km/h, auf dem Rest bei 21,7. Zwischen Hin- und Rückweg liegt also praktisch kein Unterschied, obwohl der Rückweg eine andere Strecke ist. Das passt zum Wetter: Der Wind kam an dem Tag aus Norden und erreichte höchstens 17 km/h, quer zur Fahrtrichtung also, und Regen gab es keinen.

Die beiden Pausen fielen bei Kilometer 19 und 41. Wer die Seen sucht, findet sie dort nicht: Die Pausen liegen zwischen ihnen, nicht an ihnen.

Zum eBike

Gefahren bin ich wie immer den Riese & Müller Supercharger. Bei 79 Kilometern und 220 Höhenmetern ist der Akku kein Thema, und genau das ist der Unterschied zu den langen Tagen: Bei der Tour von Norddeich-Mole nach Rheine an einem Tag waren am Ende noch acht Prozent übrig, und die letzten Stunden fuhren sich entsprechend rechnerisch. Hier konnte ich die Unterstützung nehmen, wie sie gerade angenehm war.

Die Tour auf komoot

Die Karte oben ist aus derselben Aufzeichnung gezeichnet, aber nicht von einem Kartendienst: Der Untergrund kommt aus gemeinfreien Geodaten von Natural Earth und wird beim Zeichnen in die Datei gerechnet. Diese Seite lädt beim Aufruf nichts von Dritten nach, die komoot-Karte oben erst, wenn man sie anklickt.

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